Am Ende unserer Straße
Porta Pia und die Via XX Settembre
Porta Pia ist Michelangelos letztes Architekturwerk: um 1561 von Papst Pius IV. in Auftrag gegeben, blieb das Tor beim Tod des Meisters unvollendet und wurde von anderen Architekten fertiggestellt. Doch der 20. September 1870 hat Porta Pia endgültig in die Geschichte eingeschrieben: Der Mauerbruch — die Öffnung, die die Artillerie der Königlich Italienischen Armee in die Aurelianische Mauer schlug — markierte die Einnahme Roms und den Abschluss der Einigung Italiens.
Direkt an das Tor angrenzend bewahrt das Historische Museum der Bersaglieri Exponate, Uniformen, Fahnen und Dokumente dieses Truppenkörpers — 1836 gegründet und Hauptakteur des Angriffs von 1870. Der Eintritt ist frei, die Säle fast immer menschenleer: einer jener Orte, die Touristen selten finden, für die sich aber eine halbe Stunde lohnt.
Die Via Venti Settembre ist die umbertinische Prachtstraße schlechthin: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut, um die Ministerien des neuen italienischen Staates aufzunehmen, ist sie gesäumt von eklektischen Palazzi der Jahrhundertwende, die dieselbe Jugendstilsprache sprechen wie das Hotel. Schauen Sie sich die Toreinfahrten, die Gesimse und die schmiedeeisernen Details an: Dieses Gesicht zeigt Rom selten denen, die nur im historischen Zentrum verweilen.